Wer ist der Schönste?

 

 

Seit es das Ausstellungswesen gibt, war es notwendig, geeignete Vogelkenner zur Verfügung zu haben, welche beurteilen, welcher Vogel nun tatsächlich der Schönere ist. Von einzelnen Berichten abgesehen, welche erzählen, daß die örtlichen Honoratoren (Bürgermeister, Pfarrer, Sudmeister) die Reihung vornahmen, wa-ren es doch hauptsächlich ausgewählte Vogelkenner, welche diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen.
Überall, wo menschliche Entscheidungen letztendlich über den Erfolg oder Mißerfolg des Vogelausstellers werten, gibt es auch Freude und Enttäuschungen. Die Diskussionen, welcher Vogel nun tatsächlich der Schönere ist, ist fast schon fixer Bestandteil dieser alten Tradition.
Der Salzkamergutverband arbeitete deshalb Richtlinien aus, welche als Grundlage für die Bewertung herangezogen werden müssen. Darin heißt es u.a.:
Pflicht eines Preisrichters ist es, unbeeinflußt, nach bestem Wissen und Gewissen, sowie nach eigenem Ermessen, unter Einhaltung nachfolgender Bestimmungen zu entscheiden:
Roter Kreuzschnabel: lichtrot vor dunkelrot, schwarze Flügel vor Jung- und Spiegelflügel;
Gelber Kreuzschnabel: lichtgelb vor dunkelgelb, schwarze Flügel vor denen mit weißen Spitzen;
Gimpel: leuchtendrot vor dunkelrot;
Stieglitz: Rose groß und leuchtend, rein weiße Binde, dunkelbraune Brustzeichnung, Größe und Reinheit der Punktezeichnung auf Flügel und Schwanz, schwarze regelmäßige Kopfzeichnung mit weißem Mond.
Zeisig: dunkelgelb vor lichtgelb, erst bei gleicher Schönheit wird der Goder bewertet, Rücken soll gelben Schimmer aufweisen, Kopf schwarz, schöne gelbe Zeichnung um Wangen und Flügel.

Die erste Preisrichterprüfung fand im Dezember 1951 statt. 19 Anwärter nahmen teil, von den zu vergebenden 113 Punkten mußten 67 erreicht werden, um aus Preisrichter im Verband eingesetzt werden zu können. Erreichte man 60 -–67 Punkte, wurde man als Vereinspreisrichter empfohlen und galt als Anwärter beim Verband. Bei weniger als 60 Punkten wurde eine weitere Ausbildung empfohlen. Die ersten, welche diese Prüfung bestanden, waren: J. Pesendorfer (Attnang), J. Thallinger (Gmunden), Chr. Steiner (Steeg), Th. Preiner (Langbath), F. Sams (Bayr. Hof) und H. Loidl (Goisern). Die letzte Preisrichterprüfung fand am 9. Dezember 1995 in Ebensee statt.

 

Salzkammergutverband der Vogelfreunde

Vogelhaltung und Vogelfang im Salzkammergut - Brauchtum und Liebhaberei

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